The Otter Nomads

The Otter Nomads

  • Instagram
  • Link
  • Blog
  • Über uns
  • Unsere Reise
    • Australien
    • Vietnam
    • China und Hongkong
    • Taiwan
    • Südostasien
    • Zentralasien
    • Engadin
  • Bartang-Tal

    27.09.2025
    Zentralasien

    Das Bartang-Tal ist kilometermässig eine Abkürzung im Vergleich zur M41, dem Pamir Highway. Aber die Strasse, besser gesagt der Weg, führt über 150 Kilometer durch das Bartang-Tal bis zum letzten Dorf, Ghudara, auf 3200 MüM. Sehr steinig, teils eher geröllig und viele steile Anstiege sorgen dafür, dass es keine Abkürzung ist. Das war aber auch nicht unser Ziel, sondern dieses wilde und abgelegene Tal zu entdecken.

    Nach einem sehr wohltuenden Erholungstag, mit viel Schlaf und Essen, starten wir zu unterst im Tal in Baghu. Die Strasse ist richtig brutal, wir kommen pro Tag nur etwa 40 bis 50 Kilometer talaufwärts. Die Landschaft ist zuerst ein enges Tal, wir folgen dem Fluss und bestaunen links und rechts die Gipfel, welche bereits über 5000 MüM hoch sind.

    Viele Anstiege sind zu steil und geröllig für unser beladenes Velo, ein leichtes Mountainbike wäre vielleicht die bessere Wahl. Wenn wir die Strasse entlang fahren, können wir kaum glauben, dass über die Strasse die Versorgung der wenigen Dörfern hinten im Tal gewährleistet ist. Die Läden führen zwar nur ein kleines Sortiment, aber Reis, Snickers, afghanische Petit-Beurre und Cola finden wir meistens. Fast alle Menschen sind Selbstversorger, sogar der Weizen wird selber gepflanzt und in der Dorfmühle gemahlen, bevor er im runden Ofen zum Fladenbrot gebacken wird. 

    Wenn wir hier im Tal mit Leuten aus den Dörfern sprechen, ist ihr Englisch immer deutlich besser als im Rest von Tadschikistan. Der Grund liegt darin, dass im Pamir die Bildung immer gefördert wurde insbesondere das Englisch. Im Pamir gehört die Mehrheit der Bevölkerung zu den Ismailiten, einer relativ liberalen Religionsgemeinschaft des schiitischen Islam. Der religiöse Führer (Imam) der Ismailiten war der kürzlich verstorbene Aga Khan, der zugleich als Multimilliardär die private Entwicklungshilfeorganisation „Aga Khan Development Network“ leitete. Diese unterstützt unter anderem in der Pamir-Region sehr viele Projekte bezüglich Bildung.

    Wir fahren, oder besser gesagt stossen unser Velo bis zuhinterst im Tal den Pass auf über 3800 MüM hoch und erreichen nach 5 Tagen die Hochebene. Auf einer sandigen, mondlandschaft-ähnlichen Ebene rollen wir dem Zwischenziel Karakul entgegen. Das kleine Dörfchen trotzt der Kälte und Wind auf über 3900 MüM. Internet gibt es nicht wirklich, eingeheizt wird oft mit getrockenetem Kuh-Dung. 

    Pünktlich zum Losfahren kommen ein paar Schneeflocken runter, und wir ziehen unsere warmen Thermos-Schicht an, bevor wir über den 4281 MüM hohen Kyzil-Art-Pass Richtung Kirgistan weiterfahren.

    13
  • Unterwegs ins Pamir-Gebirge

    18.09.2025
    Zentralasien

    Die Strasse aus Duschanbe gegen Osten führt uns erneut durch fruchtbares Ackerland, das Tal heisst auch „Tal der goldenen Äpfel“. Wir entscheiden uns (respektive unsere Routenplanung mit Komoot entscheidet) für die ältere Strasse, welche am Ufer eines neuen Stausees entlang führt. Der Rogun-Staudamm ist aktuell in Bau und soll mit 335m Höhe der höchste Staudamm der Welt werden. Die Bauarbeiten sind eindrücklich zu beobachten, das Projekt wird aber noch mehrere Jahre dauern unter anderem wegen unklarer Finanzierung sowie Auswirkungen auf das Nachbarland Uzbekistan durch die Veränderung am unteren Wasserlauf.

    Für uns bedeutet die Baustelle einen unglaublich schlechten Strassenbelag, bergaufwärts schieben wir unsere Fahrräder bei über 36 Grad die Schotterpiste hoch. Immerhin hat es keinen Verkehr, nur gelegentlich begegnen uns Hirten, die mit ihren Pferde-, Schaf- oder Ziegenherden talwärts ziehen. Wir bewundern den wilden Fluss oberhalb des Stausees, geprägt durch massive Erosionen und den breiten, mäandrierenden Flusslauf. 

    Jetzt treffen wir auf den ersten Checkpoint des GBAO-Gebietes: Die autonome Region Gorno-Badakhshan umfasst das gesamte Pamir-Gebiet in Tadschikistan. Die Region hat heute noch einen Sonderstatus und die Einreise ist nur mit einem Permit möglich.

    Die Einreise erfolgt problemlos, und wir radeln dem zweiten grossen Gebirgspass entgegen. Uns erwartet ein Anstieg auf die auf 3258 MüM gelegene Passhöhe des Khoburabot-Passes, der Anstieg startet etwa auf 1200 MüM. Die Strasse ist wiederum in sehr schlechtem Zustand, und ist relativ stark befahren, da einige Dörfer noch bis auf 2000 MüM liegen. Im oberen Teil ist die Strasse endlich besser, und der Verkehr nimmt ab. Die Hauptverkehrsachse in den Pamir wurde vor einigen Jahren neu gebaut, und verläuft weiter südlich. 

    Wir treffen auf viel Gastfreundschaft und haben nie ein Problem, einen guten Platz für unser Zelt zu finden. Wenn wir jemanden fragen, dürfen wir unser Zelt im Garten aufstellen und werden mit heissem Tee, frischen Tomaten und selbstgebackenem Brot versorgt. 

    Als wir die Passhöhe endlich erreicht haben, erwartet uns eine Abfahrt welche uns direkt an das Ufer des Grenzfluss Panj bringt. Der Panj bildet die Grenze zwischen Tadschikistan und Afghanistan. Ein seltsames Gefühl, als wir das erste Mal die afghanischen Dörfer am anderen Ufer sehen. Das Leben auf der anderen Flussseite scheint sehr einfach und ländlich. Wenige Motorräder und nur vereinzelt Autos, die Leute sind zu Fuss oder mit dem Esel unterwegs. Die Dörfer sind grün, die Leute leben von was sie anbauen.

    Von Qal‘ai Khumb bis nach Rushon fahren wir auf der Hauptachse des bekannten Pamir Highways, immer am Ufer des Panj. Das Wasser wirkt enorm wild durch die vielen Stromschellen und das enge Tal. Gemäss Onlinequelle hat der Panj im Schnitt ein Abfluss von 1000m3/s, also circa das fünffache der Aare. 

    Der Pamir-Highway ist auf den ersten circa 100km effektiv ein Highway, da in den letzten Jahren mit enormer Unterstützung aus China die Strasse massiv ausgebaut wurde. Neue Tunnel und Brücken, eine massiv breitere Strasse und vorallem ein ganz neuer Flüsterbelag bringen uns rasch vorwärts. Nicht nur uns, sondern auch viel Verkehr aus China: Der Pamir Highway ist Teil der „Belt and Road Initiative“ und wird aktuell auf Schnellstrassen-Niveau ausgebaut. Bereits jetzt kommen uns Lastwagen mit chinesischen Kennzeichen entgegen oder Autotransporter mit neuen chinesischen E-Autos, welche nach Duschanbe oder weiter nach Uzbekistan transportiert werden. 

    Der Panj verändert sich allmählich, teilweise wird er breit und wirkt wie ein See. Wir kommen in Rushon an, stocken unsere Vorräte auf, und zu unserer Überraschung finden wir hier sogar Haferflocken. Das freut uns, denn nach einer kurzen Pause geht es für uns nordostwärts ins Bartang-Tal weiter bis nach Karakol. 

    15
  • Anzob Pass

    09.09.2025
    Zentralasien

    Der erste Teil auf dem Velo führt uns von Samarkand in Uzbekistan nach Dushanbe, die Hauptstadt von Tadschikistan. Die Strasse folgt einem fruchtbaren Tal mit Obst- und Gemüsebau durch einen immer enger werdenden Canyon bis auf knapp 1600 MüM. Dort biegen wir auf die alte Passstrasse ab, um den berüchtigten “Tunnel of Death” zu umfahren. Der Anzob-Tunnel, mit russischer Unterstützung gebaut, ist nur fünf Kilometer lang, aber komplett dunkel und ohne ausreichende Belüftung. Zudem kommt so viel Wasser aus dem Berg, dass kurzerhand eine der beiden Röhren für den Wasserabfluss umgenutzt wurde.

    Für eine der Übernachtungen übernachten wir bei einer Familie, welche unser Menü mit frischen Tomaten, Auberginen und Basilikum aus dem Garten ergänzt. Auch selbstgemachter Frischkäse und ihre eingemachte Tomaten-Peperoni-Sauce dürfen wir probieren.

    Auch verrückt: Ein Lastwagen überholt uns, und hält kurz danach an und fragt uns, ob er uns mitnehmen kann. Dabei stellt es sich heraus, dass es ein polnischer Chauffeur ist, welcher anscheinend unterwegs von Polen nach Dushanbe ist.

    Die Umfahrung des Tunnels führt uns entlang von Eisenerz-Minen nach Anzob, das letzte Dorf auf 2100 MüM. Nach einer kühlen Nacht treffen wir beim Anstieg auf die Passhöhe (Garmin: 3341 MüM, Karte: 3375 MüM) nur einige Hirten an, welche mit ihren Schafen und Ziegen unterwegs sind.

    16
  • Samarkand

    03.09.2025
    Zentralasien

    Nach einer Ankunft mitten in der Nacht, inklusive längerer Taxipreis-Verhandlung wegen unserem vielen Gepäck sind wir mitten in der Stadt in einem einfachen Hotel mit gemütlichem Innenhof angekommen. Die letzten Tage haben wir mit Besichtigung der vielen Moscheen und Denkmäler verbracht, und auch unsere Velos bereitgemacht. Die Stadt wirkt sehr aufgeräumt, selbst der Markt ist klar nach Kategorien geordnet. Zuerst die getrockneten Früchte, dann das Gemüse und Früchte, und dann der Haushaltszubehör.

    18
  • Engadin

    10.08.2025
    Schweiz

    Im Juli haben wir unser Equipment getestet, bevor es Anfangs September losgeht. Mit allem Gepäck an unseren beiden Tour de Suisse Velos sind wir auf eine dreitägige Gravel-Tour im Engadin gestartet. Übers Vinschgau ins Val Müstair, und zurück ins Engadin haben wir nebst vielen Mountainbiker:innen super schöne Natur erlebt. Unser Equipment ist ready, und wir auch schon fast.

    11
Neuere Beiträge
1 2 3 4

See you soon! 🦦

Reiseblog von Nora & Silvan

Contact us

About

  • Blog
  • Über uns
  • Unsere Reise
    • Taiwan
    • Zentralasien
    • Engadin

© 2025 Nora Lustenberger & Silvan Hostettler