The Otter Nomads

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  • Kasachisches Stadtleben

    11.11.2025
    Zentralasien

    Als wir uns bei der groben Routenplanung entschieden in Almaty die Zentralasien-Reise abzuschliessen, hatten wir noch nie wirklich von dieser Stadt gehört. Almaty ist mit über zwei Millionen Einwohnenden die grösste Stadt und die frühere Hauptstadt von Kasachstan. Sie liegt am nördlichen Rand des Tien Shan-Gebirge, die Berge beginnen effektiv am Stadtrand. 

    Uns hat die Stadt sehr positiv überrascht, sehr lebendig und viele Leute sind zu Fuss unterwegs. Die älteren, aus der Sowjetzeit stammenden, Wohnblocks haben ihre eigene Ästhetik. Zusammen mit dem vielen Grün in der Stadt hat es uns sehr gefallen. 

    Da wir noch Lust hatten mehr von Kasachstan zu sehen und insbesondere mit dem Zug unterwegs sein wollten, haben wir einen Städtetrip nach Türkistan unternommen. Im komfortablen Nachtzug (ab nächstem Jahr sogar noch komfortabler, da moderne Stadler-Züge in Betrieb gehen) haben wir die knapp 1000 km durch die kasachische Steppe geniessen können. Die Zugreise hat sich wie eine kurze transsibirische Fahrt angefühlt, sehr monotone aber trotzdem wunderschöne Landschaften. 

    In Türkistan ist das Mausoleum von Hodscha Ahmad Yasawi, welches von Timur im 14. Jahrhundert gebaut wurde sehr eindrücklich. Ansonsten war die Stadt nicht sehr spannend, aber wir sind der Zugfahrt wegen hierher gekommen. Zurück in Almaty war noch Zeit das neue Kunstmuseum mit der Ausstellung von der kasachischen Künstlerin Almagul Menibayeva zu besuchen. Die Ausstellung war beeindruckend und wir lernten nicht nur die Werke von ihr kennen, sondern haben viel über die Geschichte von Kasachstan dazugelernt und mit unseren Erfahrungen verknüpfen können. 

    Am letzten Abend in Almaty kam der Winter, bei nassem Schneeregen sind wir in unsere Wohnung zurückgekehrt und haben noch die letzten Dinge eingepackt. Am nächsten Morgen war der Blick aus dem Fenster winterlich, über Nacht blieb der Schnee liegen und hat uns einen wunderschönen Abschluss bereitet. 

    11
  • Seen, Wälder und der erste Schnee

    31.10.2025
    Zentralasien

    Im Osten von Kirgistan angekommen erkunden wir die Täler am südlichen Ufer des Issyk-Köls. Zuerst das Djuuku-Tal, in welchem wir im Zelt übernachten und am Morgen zum verschneiten Djuuku-See wandern. Das Tal gefällt uns sehr, wir sind einsam unterwegs und nur eine Gruppe Jäger erschreckt uns am Abend, da sie direkt in der Nähe von unserem Zelt erfolglos versuchen einen Hasen zu schiessen.

    Von Karakol wandern wir ins Altyn Arashan Tal, und entspannen uns kurz in den heissen Quellen. Die Wanderung ist mit über 30 Kilometer etwas zu lange für eine gemütliche Tagestour, aber das Bad im heissen Pool ist die Anstrengung wert.

    In Karakol besuchen wir den wöchentlichen Tiermarkt. Sonntagmorgen um etwa 7:30 Uhr bahnen wir uns einen Weg durch die vielen Pferde, Schafe und Ziegen. Ein Pferd wird ab CHF 1’000 verkauft, ein Schaf ab CHF 100.

    Als letztes Tal in Kirgistan besuchen wir das Jyrgalan-Tal. Die Zwischensaison ist spürbar, im relativ grossen Guesthouse sind wir die einzigen Touristen. Der einzige andere Gast ist ein türkischer Ingenieur, welcher den Bau der neuen Druckleitung für ein Wasserkraftwerk beaufsichtigt. Wir machen eine kleine Wanderung und geniessen das letzte Mal den Blick auf das Tien Shan Gebirge. Dabei werden wir von einer Gruppe Geier begleitet, die zusammen den Wind geniessen und Ausschau nach Beute halten. In der Nacht gibt es etwas Neuschnee, am Morgen ist die Strasse aber bereits wieder braun. Von Jyrgalan geht es für uns nach Kegen, das erste Dorf nach der Grenze in Kasachstan. Da es dort absolut nichts zu sehen gibt, und das einzige Hotel nicht sehr einladend wirkt, organisieren wir ein Taxi nach Saty.

    Saty ist ein sehr touristischer Ort, welcher als Ausgangsort für den Nationalpark mit den drei Kölsay-Seen und dem Kaindy-See dient. Wir verbringen hier ein paar Tage, mit zahlreichen kasachischen Touristen, welche am Wochenende den Städten entfliehen und nach Saty kommen. Die Seen sind durchaus sehenswert, die Guesthouses sind aber leider keine Perle Kasachstans.

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  • Etwas Abwechslung zum Velo

    25.10.2025
    Zentralasien

    Das kirgisische Volk ist bekannt für ihr Nomadentum, im Sommer ziehen die Familien aus den Dörfern in die Berge und leben von circa Juni bis September in einer Jurte. Die Familien nutzen die Sommerweiden für ihre Tiere, vorallem für ihre Pferde und Kühe. Pferde sehen wir in Kirgistan sehr oft: in Herden auf den grossen Weiden oder auch oft mit einem Reiter. Reiterinnen sehen wir nur ganz wenige. Nach über einem Monat auf dem Velo finden wir es ist Zeit um etwas Neues auszuprobieren: Wir tauschen unsere Velos gegen Pferde: Stitch für Silvan und Ben für Nora. In einer kleinen Gruppe mit sympathischen Guides starten wir in Kyzart und reiten zum bekannten Song-Köl See. Die steilen Wege hoch zum See sind mit dem Pferd deutlich weniger anstrengend (für uns jedenfalls). Die Guides haben ihre Pferde super trainiert und nach 2-3 Stunden auf dem Pferd gibt es den ersten Ritt im Galopp. Wir geniessen den sonnigen Nachmittag am See, aber sobald die Sonne untergegangen ist, wird es bitterkalt. Wir sind aber auch auf über 3000 MüM, daher haben wir die frostigen Temperaturen erwartet. Die Jurte wird kräftig eingeheizt, zum schlafen ist es beinahe zu warm. Am letzten Tag beeindrucken uns die Pferde: Wir gehen auf einem steilen Weg ins Tal zurück, zum Teil liegt noch Schnee. Der Weg wäre in der Schweiz ein Rot-Weisser Wanderweg – für die Pferde absolut kein Problem. Der organisierte Pferdetrip zum See ist für uns als Erlebnis ein absolutes Highlight, aber auch weil wir im Dorf Kyzart gesehen haben, dass Tourismus gute Seiten hat. Der Trip war verhältnismässig teuer (180 USD pro Person), aber das Geld wird im Dorf sichtbar investiert in die Gemeinschaft. Beispielsweise für neue Sportplätze und eine neue Schule für die zahlreichen Kinder. 

    Nach den drei Tagen sind wir zurück auf dem Velo, eine Erleichterung zumindest für Silvan. Ohne gute Reithose schmerzt das Reiten nach den drei Tagen ziemlich. Mit dem Velo geht es Richtung riesigen Issyk-Köl See. Mit 6’236 km2 ist der Issyk-Köl der zweitgrösste Gebirgssee der Welt, nach dem Titicaca-See in den Anden. Der See gefällt uns auf Anhieb, das kräftige Blau und der weite Blick sind eine willkommene Abwechslung. Auch die grünen Wiesen am Ufer sind eine Farbe, welche wir bisher in Zentralasien vermissten. Wir fahren dem Südufer entlang bis knapp vor Karakol. Dort bleiben wir einige Tage und planen ein paar Abstecher in die südlichen Täler. 

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  • Überall China

    12.10.2025
    Zentralasien

    Nach erholsamen Tagen in Osh führt unsere Route nordwärts, wir müssen kurz Kirgistan verlassen und einige Kilometer durch Uzbekistan fahren, zu den bekannten Walnusswäldern. Die Walnuss hat ihre Herkunft in Zentral- und Südasien. Die Wälder in Kirgistan sind sehr begrenzt, entlang Flussläufen oder engen Tälern. Wir fahren in den weniger bekannten Ort Kara-Alma, wo uns ein sehr herbstlich verfärbter Wald erwartet. Wir finden im Dorf leider kein Guesthouse, aber finden trotzdem ein Zimmer bei einer Familie zum übernachten. Am nächsten Tag planten wir eine Wanderung in die Wälder zu unternehmen, unser Gastgeber zeigt uns die Wälder aber lieber bei einem Roadtrip. Wir sagen nicht nein zu diesem kleinen Abenteuer, mit dem Vater und zwei Söhnen im Lada erkunden wir das Tal, sehen viele Walnusswälder und insbesondere die neueste Baustelle der Belt-and-Road-Initiative. 

    Bereits bei der Anfahrt nach Kara-Alma haben wir die riesige Baustelle der Autostrasse im Tal bestaunt. Hier wird eine neue Nord-Süd Transitroute durch Kirgistan gebaut. Im westlichen Tal davon wird eine Baustelle der Zugstrecke „China-Kyrgyzstan-Uzbekistan-Railway“ sichtbar. Die gut 500km lange Zugstrecke verbindet Kashgar in China mit Andijan in Uzbekistan, und ist somit ein Schlüsselstück für eine Eisenbahnverbindung von China nach Zentralasien sowie weiter nach Europa, welche nicht durch Russland verläuft. Die Baustelle im Tal ist erst seit einem halben Jahr am laufen, trotzdem sind bereits drei Tunnelportale sichtbar und riesige Containersiedlungen für die chinesischen Arbeiter. 

    Nach dem erfolglosen Wandertag gehts mit dem Velo weiter nordwärts nach Kazarman. Ab jetzt fahren wir auf frischem chinesischem Belag, die Strasse windet sich für über 100 Kilometer durch einen wunderschönen Canyon. Immer wieder sind die schneebedeckten Berge im Hintergrund sichtbar. Die Landschaft erinnert teils an die Nationalparks im Westen der USA (Utah oder Colorado). Die Szenerie ist beeindruckend schön, und die Strasse beeindruckend schlecht. Der Belag ist top, aber die Strasse ist erst drei oder vier Jahre alt und an mehreren Stellen komplett von einem Steinschlag verschüttet, da es keine einzige Steinschlagsicherung gibt. Made in China. 

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  • Erste Tage in Kirgistan

    09.10.2025
    Zentralasien

    Der Abschluss in Tadschikistan ist zugleich der höchste Punkt unserer Reise, gemäss Garmin-Velocomputer liegt die Passhöhe auf 4281 MüM. Wir benötigen beinahe einen halben Tag um von Karakol bis auf den Kyzyl-Art Pass zu gelangen: Schnee, Hagel, extrem schlechte Strasse und nicht zuletzt die Höhe setzt uns ziemlich zu. Der Grenzübertritt ist immerhin problemlos und das Wetter wird zum Glück auf der kirgisischen Seite deutlich besser. Wir rollen mit den letzten Sonnenstrahlen nach Sary-Tash, ein kleines Dorf auf immer noch über 3000 MüM. Der Blick zurück auf die Pamir-Kette, inklusive dem über 7000m hohen Peak Avicenna/Pik Lenin ist unglaublich schön.

    In Sary Tash angekommen entscheiden wir uns, die zwei letzten Pässe nach Osh zu überspringen und organisieren ein Taxi, welches uns und unsere Velos mitnimmt. In Osh nehmen wir uns viel Zeit um uns auszuruhen, alles Material zu putzen, einzukaufen und die nächsten Tage zu planen. Der Versuch unsere Euro-Scheine in Kirgisische Som oder US-Dollars zu wechseln ähnelt einem Spiessrutenlauf – die meisten Banken haben zwar den Euro-Wechselkurs draussen angeschrieben, aber wollen unsere Noten nicht annehmen. Immerhin eine Bank nimmt etwa die Hälfte unserer Euro-Scheine an. Zuletzt erfahren wir immerhin den Grund: Die Anzeigen werden zentral aus Bishkek gesteuert, aber die Banken in Osh sind noch nicht so weit, um Euros anzunehmen.

    Wir geniessen ein westliches Frühstück im neuseeländischen Kaffee, und haben uns auf den bekannten Basar gefreut. Leider wurde dieser vor einigen Monaten dem Erdboden gleichgemacht, und die Stadt plant ein moderneres Zentrum für die Marktstände. Der grosse Vergnügungspark dem Fluss entlang erinnert an die Basler Herbstmesse. Auffällig in Osh sind die Felsen, welche mitten in der Stadt emporragen. Wir geniessen von oben an den Felsen die Aussicht über die Stadt – Osh wirkt auch von dort relativ klein. 

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