Nachdem wir vor unserem Ausflug nach Hongkong Shenzhen aus dem Hotelzimmer erlebten, da wir einige Tag krank waren, können wir jetzt die Stadt entdecken. Shenzhen ist das Tech-Zentrum von China, ähnlich dem Silicon Valley in den USA. 

Die Stadt ist zudem bekannt für eine ausgeprägte Kunstszene, anscheinend werden hier seit den 90er-Jahren qualitative Kopien bekannter Gemälde hergestellt. Während des Spaziergangs durch das Quartier sehen wir viele Ateliers, in welchen gearbeitet und gemalt wird, kleine Kunstgalerien sowie einige einladende Kaffees sorgen für eine entspannte Atmosphäre. Gemalt wird von Van Gogh, klassischen chinesischen Kunstwerken zu Jackson Pollock und Pinterest-Bildern alles. Bilderrahmen kann man ebenfalls gleich einkaufen.

Unsere Velos sind mittlerweile auch in der Stadt angekommen, da sich unsere Pläne aber geändert haben, schicken wir die Velos weiter nach Nanning. Hier im dicht besiedelten Perlflussdelta haben wir keine Lust uns mit dem Velo zu bewegen. Stattdessen nehmen wir den Hochgeschwindigkeitszug für drei Stunden in den Nordwesten, nach Xingping am Li Fluss. Dieser Fluss führt duch bekannte Karstberge, sehr schmale und steile Hügel und Felsen. Auf einer Bootstour erkunden wir die wohl touristischste Region von China. Unzählige andere Boote sehen wir auf dem Fluss, trotz des bedeckten Wetters und teils leichtem Nieselregen. Die Landschaft ist bekannt von der 20 Yuan Banknote und auf dem Schiff versuchen alle ein Bild mit der Banknote an der richtigen Stelle aufzunehmen – wir ebenfalls. Lustigerweise ist dies der einzige Moment in dem wir in China Bargeld sehen. 

Am nächsten Tag geht es mit dem Zug weiter nach Nanning, wo unsere Velos bereits angekommen sind. Bei kühlen 20 Grad und leichtem Regen fahren wir aus der Stadt – auch Nanning hat knapp 9 Millionen Einwohnende. 

Von hier sind es etwa 200 Kilometer bis an die vietnamesische Grenze im Süden und dann nochmals gut 300 Kilometer bis auf Hanoi – wo wir unseren Flug am 31. Dezember erwischen müssen. 

Die zweitletzte Nacht in China startet etwas seltsam. Wir buchen am Nachmittag ein Hotel auf dem Land über einer uns neuen Online-Plattform. Als wir circa um 19:00 Uhr ankommen ist beim Hotel alles dunkel, die Eingangstüre ist aber sperangelweit geöffnet, bei der Rezeption brennt eine kleine Lampe. Weit und breit ist niemand anzutreffen. Nach einigem Herumtelefonieren erreichen wir dann doch jemanden.  Ein paar Minuten später kommt er an der Rezeption vorbei. Als wir später am Abend unsere Velokleider waschen wollen, läuft die Waschmaschine noch. Irgendwie hat es trotzdem andere Menschen hier, aber das gesamte Haus fühlt sich sehr gespenstisch an. 

Der letzte Abend in China ist der Weihnachtstag – der 25. Dezember. Unser Weihnachtsessen ist Hotpot, die chinesische Suppe mit viel Gemüse und Fisch oder Fleisch zum darin kochen. Eigentlich beinahe schweizerisch – Käse-Fondue oder Fondue chinoise wird oft aufgetischt über die Festtage. 

Gleich am nächsten Morgen reisen wir nach Vietnam ein und erreichen nach einem langen Tag die bekannte Ha Long Bucht. Die Fahrt war sehr schön, grüne Landschaft und erste Karstfelsen im Meer. Beim Erreichen von Ha Long merken wir, dass viele Scooter-Fahrende eine Maske tragen. Rasch bemerken wir weshalb – die Luft ist von der vielen Kohle, die verbrannt wird extrem schlecht und nach einer halben Stunde auf dem Velo merken wir bereits, dass das Atmen schwerfällt. 

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